Dokomania Folge 10 - Barnie Geröllheimer, 12.10.2003 Lange, lange Zeit ist auf unserm Stern der verrückten Vögeln, die ihren Tag mit dem Legen bunter Bildchen und dem Sammeln von Körnern verbringen, vergangen.

Die Kapriolen, wie wir sie in den Gründertagen fast ständig erlebt haben sind weniger geworden.

Die skurrilsten Typen sind abgewandert: so der große Flammvogel (im Spiel sehr begabt!), der sich auf den harten Brettern einer andern Spielwelt tummelt und nur hin und wieder Beiträge im großen Buch liefert. Sina, die Sängerin, und einige andere mehr sind endgültig verschütt gegangen.

Erhalten geblieben ist uns Rocko, der sichtlich seiner früheren Leidenschaft, an den Trainingstischen als Hobbypädagoge aufzutreten, kaum mehr frönt, der dafür kürzlich in einem Monat ein ganzes Getreidesilo angesammelt hat (1000 Körner!).

Der alte Geröllvogel natürlich auch, den man neulich ein einziges Mal - aus sozialen Gründen und weil er schon so lang dabei ist - die Klasse der Meister gewinnen ließ. Der sympathische Kahlvogel, der nach wie vor in Depriphasen eines seiner Federkleider verschenkt. Und natürlich das Meluhn (ein veritabler Zwitter), das beim Körnerpicken immer noch Defizite aufweist - am Trainingsrückstand kann’s inzwischen nimmer liegen.

Die Damenwelt schließlich: jeder der von Anfang an hier war kennt unsere Nachteule Frabi und den jungen Pfau Pflady, die sich oft in den Haaren lagen. Zweitere ist älter (und womöglich weiser) geworden. Erstere ist leider zeitweise komplett abgetaucht, nun aber im Abendrot wieder erschienen.

Immer noch gibt es Vögel, die sich von der Mischmaschine ganz persönlich verfolgt fühlen: sie glauben an eine schwarze Liste, die nur ihnen – und ihnen allein – schlechtere Bilderfolgen zukommen lässt. Deshalb hat sich der Gründer von Dokomania und Betreiber der großen, großen Rechenmaschine etwas neues ausgedacht:
Einmal die Woche lässt er die Vögel auf andere Art spielen. Er nennt das - zumindest für die, die der englischen Sprache mächtig sind klingt das so ähnlich - Hundeturnier. Jeder bekommt die selben Bildchen, und die Dummvögel sind weitgehend ausgeschlossen bei diesem Spiel. Nur bei kurzen Flügen dürfen sie temporär mal eingreifen.
Das ist natürlich nicht in deren Sinn: sind sie doch inzwischen eine derart große Gruppe - wenn alle Tische in Betrieb sind bis zu 144 - dass sie einen echten Machtfaktor darstellen. 23 Stunden und 55 Minuten arbeiten sie jeden Tag - und das 365 Tage im Jahr. Auch wenn äußerst selten alle im Einsatz sind, so haben sie an den Tischen zumindest ständig Bereitschaftsdienst. Ob dieser - entsprechend neuester EU-Rechtssprechung - inzwischen auch vergütet wird weiß niemand. Gewerkschaften und Betriebsräte sind ja leider gänzlich unbekannt auf Dokomania.

Einer von Ihnen, der vierte in der Reihe der Dummvögel, darf ja schon längere Zeit ganz legal und normal an den Tischen mitspielen. Und tut dies auch mit mehr oder weniger großem Erfolg.

Dies ließ seine Brüder nicht ruhen und so schickten sie ihn ganz bewusst auch zu diesen sogenannten Hundeturnieren, damit er’s den andern Vögeln mal so richtig zeigen möge. Nun ist er aber von Natur aus ein eher blasser, schmächtiger Typ. Umso mehr ist es deshalb frappierend zu sehen, wie es seinen Bundesgenossen gelang, ihn sozusagen zum Arnold Schwarzenegger von Dokomania zu pushen: er fegt hier praktisch alle vom Tisch - lediglich ein eher unbedeutender Vogel liegt in der Reihung noch vor ihm. Ob hier mentales Training oder aber Anabolika oder andere verbotene Aufputschmittel im Spiel sind - darüber kann nur spekuliert werden. Über Dopingtests vor diesen Turnieren sollte aber ernsthaft nachgedacht werden. Denn, dass dieses Dummytuning die anderen Vögel demotivieren könnte ist nicht auszuschließen.

Auf diese Art und Weise rächen sich eben - wie im Menschenreich auch - Underdogs.

So endet zwar nicht Dokomania, aber wahrscheinlich das Märchen von Dokomania.
Mögen nicht nur die Dummvögel sondern auch alle andern in Zukunft mit mehr Weisheit, Nettigkeit und Verträglichkeit ausgestattet sein.