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Kommentar zum Beitrag
Der nachfolgende Beitrag ist nur mit geringfügigen Änderungen direkt
aus dem live-doko forum übernommen worden. Er enthält die eine
oder andere Ungenauigkeit. Diese habe ich bewußt in Kauf genommen,
um die Darstellung möglichst übersichtlich und einfach zu belassen.
Alle Konventionen haben eine logische Erklärung, die hier in den meisten
Fällen ebenfalls fehlt. Dafür werden oft Beispiele gegeben, die
den praktischen Nutzen der Konventionen sehr plastisch darstellen.
Wichtig: Die Anwendung der Konventionen hilft im Allgemeinen,
erfolgreicher Doppelkopf zu spielen. Im Sinne des sportlichen Wettkampfs
sollte jeder Spieler versuchen, so erfolgreich wie möglich zu spielen.
Dennoch ist kein Spieler gezwungen diese Konventionen anzuwenden. Es ist
deshalb unangebracht, eine Einhaltung dieser Konventionen (meist vom Partner)
zu fordern oder einen Verstoß gegen diese Konventionen zu reklamieren.
In so einem Fall könnt ihr den Spieler ggf. freundlich fragen, ob der
die Konventionen kennt und ihm dann ggf. den nachfolgenden Beitrag empfehlen.
Und nun viel Spass beim lesen!
Jan Spiess
Konventionen für Einsteiger von Jürgen
Ich spiele jetzt seit ca. nem halben Jahr hier und viele Spielweisen und
Konventionen waren mir am Anfang nicht bekannt und musste ich zum Teil schmerzlich
lernen.
Um es Einsteigern leichter zu machen, habe ich hier mal versucht die gängigen
Konventionen nach denen hier gespielt wird, zusammenzuschreiben. Natürlich
gibt es das Ganze in vielen Papieren noch ausführlicher und da ich das
hier selbst geschrieben habe wird auch der eine oder andere Fehler noch enthalten
sein, der ja dann von den „Wissenden“ korrigiert werden kann.
Konventionen die bei live-doko gespielt werden und die man kennen muss:
A:
Das Aufspielen der Herz 10 bedeutet immer dass der Aufspieler Re ist. Als
Re Partner sollte man einen Fux reinwerfen wenn man einen hat.
Das Kontra Vorspiel der Dulle ist so etwa das Schlimmste was man machen kann.
Auch wenn es einen noch so reizt, man sollte es unterlassen, da man damit
seine Mitspieler wirklich verärgert.
Eigentlich bedeutet das Aufspiel der Herz Zehn noch mehr, man verspricht
seinem Partner damit mindestens 7 Trümpfe (incl. Pik oder zwei
Herz Damen). Diese Konvention -die durchaus Sinn macht- wird hier jedoch
nicht immer eingehalten. Das Vorspiel sollte aber in jedem Fall nur mit einem
starken Blatt gemacht werden. Sonst kommt eventuell „keine 90“ vom Partner,
die nicht zu gewinnen sind.
(Findet das Vorspiel der Dulle bei noch ungeklärter Partnerschaft in
den ersten drei Stichen statt, so hat dies die ca. gleiche Bedeutung)
Hat übrigens der Partner die zweite Dulle, so sollte dieser sofort (vor
dem zweiten Ausspiel des Ausspielers) Re sagen.
B:
Sehr selten wird Re oder Pik Dame aufgespielt. Dies zeigt in jedem Fall Doppeldulle
an. (Auch Pik Dame ist nur als Re erlaubt)
Das ist eine wirklich sinnvolle Spielweise. Der Partner bekommt sehr genaue
Infos über das eigene Blatt (Kreuz-Dame heißt z.B. Doppeldulle
und keine Pik-Dame).
Hat man zum Beispiel als Re Partner gute Anspielasse, so kann man das weitere
Trumpfspiel fordern, indem man vor dem 2. Ausspiel des Partners Re sagt.
C:
„Re Ansage“ (in seltenen Fällen auch Kontra) bevor irgendeine
Karte gespielt wurde.
Wenn dies nicht vom Ausspieler kommt bedeutet das immer, dass derjenige Doppeldulle
hält.
Derjenige der die Ansage macht sollte auch gute Anspielasse besitzen ansonsten
macht die Vorabansage keinen Sinn.
( Theoretisch kann man an Pos 2 das „Re vorab“ auch mit einer Dulle sagen,
da man an Pos 2 ja sicher über Trumpf angespielt werden kann. Das würde
ich aber wegen der großen Gefahr der Fehlinterpretation nicht machen.)
D (Anmerkung Jan Spiess: Hierbei handelt es sich genau genommen nicht um
eine Konvention sondern lediglich um eine "übliche Spielweise". Ein
Abweichen von dieser Spielweise erfolgt - im Unterschied zur Konvention -
in der Praxis recht häufig):
Vollmachen wenn man kontra ist.
Wenn man kontra ist so gibt man (bei ungeklärter Partnerschaft) wenn
man die Wahl hat immer eine 10 ins angespielte schwarze As.
Dies ist wichtig, weil dem Kontrapartner dadurch mitgeteilt werden kann,
ob er die Fehlfarbe ggf. nachspielt oder später anspielt.
Ist nämlich in dem ersten Fehlstich kein Voller, also er geht mit 15
oder 19 Punkten weg, so wird der Kontrapartner die Farbe möglichst bald
nachspielen, da er davon ausgeht, dass du entweder das zweite As hast oder
frei bist. (Bei viel Pech hast du natürlich noch den letzten Kleinen).
(genauer gibt man immer die höchstwertige Karte aber nicht das As in
einen ungeklärten Fehlstich)
Für die Re Partei gilt das Umgekehrte, man wird also nicht „Vollmachen“.
Vor allem an Pos 4 ist das Ganze jedoch ein bisschen differenzierter zu betrachten,
wie man sich leicht an Beispielen klarmachen kann:
Beispiel 1:
Ich sitze Re mit Kreuz Zehn und König an Pos 4.
Ausspiel Kreuz As , an Pos zwei und an drei kommt eine Kreuz 9.
Wenn man nun davon ausgeht, dass die Spieler die oben beschriebene Spielweise
eingehalten haben, kann man folgern, dass der Ausspieler mit hoher Wahrscheinlichkeit
Kontra ist und dass Kontra den zweiten Lauf sticht. Es ist nun nicht sinnvoll
den Ausspieler durch das Legen des Kreuz Königs zum Kreuz-Nachspiel
zu ermuntern und eventuell sogar einen Doko für Kontra
vorzubereiten. Spieler 4 wird folglich sinnvollerweise die Kreuz Zehn legen.
Beispiel 2:
Ich sitze Kontra mit Kreuz Zehn, König an Pos 4.
Ausspiel Kreuz As, Spieler 2 Kreuz Zehn, Spieler 3 Kreuz König.
Nun weiß ich an Pos 4 dass Spieler 2 und 3 jeweils ihre höchsten
Karten (ungl. As) gelegt haben.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist damit der Ausspieler Re und ich werde Ihm
nicht auch noch eine Zehn reinwerfen und den Ausspieler zum Nachspiel von
Kreuz ermuntern.
E1:
So jetzt zu den Abfragen.
Als ich hier zum ersten mal in der Quali gespielt habe, habe ich vorher das
Wort „Abfrage“ im Zusammenhang mit Doppelkopf noch nie gehört und dies
geht – wie ich weiß- vielen so die hier einsteigen.
Zunächst mal:
Will man hier spielen, so kommt man nicht darum herum sich mit Abfragen zu
beschäftigen. Am Anfang sollte man am Tisch einfach mitteilen, dass
man ohne spielt. Das wird aber die Anderen am Tisch nicht davon abhalten
mit Abfragen zu spielen, das führt dann dazu, dass alle am Tisch immer
mehr wissen als du. Auf Dauer macht das keine Freude.
Abfragen sind übrigens auch nicht besonders schwierig zu erlernen.
Also was ist eine Abfrage?:
Zunächst zur stillen Abfrage:
Man wartet einfach mit dem Spielen seiner Karte bis die rote Schrift „es
wird überlegt“ aufleuchtet und schon hat man abgefragt, ob man dies
nun wollte oder auch nicht. (dies gilt nur solange noch Ansagen möglich
sind).
Aber es muss ja irgendeinen Sinn haben zu fragen und wenn man jemanden fragt,
so sollte man auch wissen wen und was.
Jetzt kommen die Konventionen hierfür ins Spiel.
(Stilles) Abfragen während der ersten beiden Stiche bedeutet IMMER dass
man KONTRA ist und dass man ein wenigstens passables Blatt möglichst
mit Dulle hat.
(Hiergegen zu verstoßen ist nach dem Kontra Dullenvorspiel das Zweitschlimmste
was man machen kann.)
Nun ein Beispiel an dem man (stille) Abfragen einfach verstehen kann.
Beispiel 1:
Der Aufspieler spielt Kreuz As,
ich habe Doppeldulle pik dame ….9 trümpfe…, Pik 10 , Herz
As König
Normal wäre es nun zu stechen, aber das werde ich nicht, sondern ich
„frage“ den Ausspieler ob er Kontra ist, indem ich nun einfach warte.
Egal was der Ausspieler für ein Blatt hat (viel kann er bei meiner Wumme
ja nicht haben) hat er -wenn er Kontra ist- sofort „Kontra“ anzuklicken.
Jetzt weiß ich dass er Kontra ist und entsorge meine Pik 10. Kommt
keine Antwort gehe ich davon aus dass der Ausspieler Re ist und steche ein.
Beispiel 2:
Ich habe als Ausspieler Dulle, Pik Dame, Pik Dame …. 7 Trumpf …., Kreuz As
König 9, Pik 10 9.
Ich Spiele Kreuz As - geht durch
Kontra könnte ich nun fast sagen, mach ich aber nicht sondern warte.
Somit frage ich den Spieler an Position 2 ob er Kontra ist und Pik As hat,
ist dies der Fall, hat er sofort mit „Kontra“ zu antworten. (Eine Abfrage
auf Herz As gibt es übrigens nicht)
Noch größer ist mein Vorteil wenn Spieler 3 oder 4 Kontra ist
und die 2. Dulle + ein weiteres Anspielas hat. Der Spieler muss sofort „Kontra“
sagen und ich werde einen vollen Trumpf anspielen.
Beispiel 3:
Ich habe an 3 sitzend folgendes Blatt:
Dulle, Herz Dame, Herz Dame, Karo Dame, .. Fux (7 Trumpf), Kreuz As, König,
Pik 10,9 , Herz 9.
Der Ausspieler spielt Karo 9, von 2 kommt Karo König,
Das Normalspiel wäre nun Dulle rauf und Kreuz As spielen. Das mach ich
nicht, sondern ich frage den Spieler an Pos 4 ob er Kontra ist indem ich
nun wieder mit dem Ausspiel warte.
Antwortet er mit „Kontra“ kann ich Fux legen. Spare also die Dulle und bringe
sofort meinen Fux nach Hause und der Anspielvorteil bleibt auch bei der Kontra
Partei.
Beispiel 4:
Ich habe an Pos 1 sitzend ein passables Kontra Blatt und kein Anspielas (oder
Herz As habe ich bereits durchgebracht).
In diesem Fall bedeutet es wenn ich abfrage, ob Spieler 2 beide Fehlfarbenasse
hat.
Man kann natürlich auch antworten wenn man an Pos 2 Pik As hat und Kreuz
sticht,
oder an Pos 3 oder 4 die Dulle mit einem guten Aufspielas hat.
In diesen Fällen ist eine Antwort wiederum „Pflicht“.
Es gibt natürlich noch mehr Konstellationen für sinnvolle Abfragen,
aber diese 4 sind so denke ich die Wichtigsten und die Anderen ergeben sich
eigentlich sinngemäß wenn man die 4 Beispiele verstanden hat.
WICHTIG:
Wenn man als gefragter die Bedingungen nicht erfüllt, so sollte man
nicht antworten, auch wenn man ein noch so starkes Blatt hat. Nur die normale
Kontraansage (also Ansage zum letztmöglichen Zeitpunkt) sollte man dann
mit einem guten Blatt auf jeden Fall machen (nicht vergessen), da ja derjenige
der fragt auch ein gutes Blatt mitbringt.
In seltenen Fällen kommt es zu einer „Gegenabfrage“ dies bedeutet dass
nach erfolgter Kontraabfrage nochmals eine (stille) Abfrage eines anderen
Spielers folgt. Dieser Spieler ist dann Re und fragt den anderen Re Partner
ob er den laufenden Stich macht. Falls ja wird dieser mit „Re“ antworten.
WICHTIG:
Jedes Überlegen (das mehr als ca 4 Sekunden dauert) innerhalb der ersten
Stiche ist eine Abfrage. Dies bedeutet, dass man in den ersten Stichen nicht
überlegen darf. Man muss also schnell spielen.
Mein Tipp ist, dass man sich während des „Gesundmeldens“ - für
das man ja 1 Minute Zeit hat – sein Spiel plant, so dass man bereits weiß
was man in den Normalfällen spielen wird. Dies wird Anfängern kaum
gelingen, so dass es immer wieder zu ungewollten Abfragen kommt. Dies passiert
übrigens auch den ältesten Hasen ab und zu.
Ich schreibe in so einem Fall meistens „ka“ (keine Abfrage) in den chat.
Dies ist aber eigentlich verboten, da es als Kartenverrat ausgelegt wird
und „kleinkrämerische“ Spieler den Schiedsrichter einschalten können.
Am Besten ist es möglichst früh die Re-Dame zu zeigen und die Empörung
einiger Spieler einfach mit einem „sorry der Toaster ist gerade in Flammen
aufgegengen“ oder wie ein anderer geschrieben hat, „wenn Claudia Schiffer
an der Tür steht wird man doch wohl wenigstestens mal zögern dürfen“
im chat zu ignorieren.
Noch eines: Ist man als Gefragter sehr schwach - nur ein Trumpf oder so -,
dann braucht man nicht zu antworten. Ich empfehle aber einfach IMMER zu antworten.
Es gibt hierzu einen sehr schönen Beitrag von Zocko im Forum.
E2:
So, dann zur „LAUTEN ABFRAGE“
Die laute Abfrage wird meist von der Re Partei angewendet und geht im wesentlichen
so:
Man klickt den „RE Button“ spielt noch keine Karte aus und klickt den „Zögern
Button“ das Re wird daraufhin auf der Konsole angezeigt und „es wird
überlegt“ erscheint. (Kontra geht’s genauso)
Damit hat man nun laut abgefragt. Eine Antwort des Re Partners erfolgt dann
durch sofortiges Klicken des „keine 90“ Buttons.
Eine Dulle sollte man bei einer lauten Abfrage eigentlich schon haben, aber
es gibt natürlich auch Blätter bei denen man ohne Dulle abfragen
kann. Man muss aber die „keine 90“ immer verantworten können
Eigentlich gilt beim Fragen fast das Gleiche das auch bei der Stillen Kontraabfrage
gilt.
Also man fragt ob derjenige der ein As ausspielt Re ist, ob der Partner links
von einem die schwarzen Asse hat oder ob der Partner die Dulle hat …. .
Fragt der Ausspieler laut, dann reicht eine Dulle an Pos 3 oder 4 immer aus
um sofort k90 zu sagen und dies ist dann auch Pflicht. An Pos2 sollte man
aber nur mit den beiden schwarzen Assen antworten.
Solange noch Ansagen möglich sind bedeutet nun jedes Überlegen
(also so lange zu warten
bis die Schrift erscheint) eine Anfrage an den Partner, die der -mit der
erfragten Zusatzstärke- mit der nächstmöglichen Absage zu
beantworten hat.
F:
Vorzeitige Ansagen.
Unter einer vorzeitigen Ansage versteht man eine Ansage, die nicht zum spätest
möglichen Zeitpunkt getroffen wird.
JEDE Vorzeitige Ansage hat eine Bedeutung und soll den Partner zu etwas bewegen
was er sonst nicht macht.
Beispiel 1.
Spieler 1 Fragt still ab, Spieler zwei antwortet mit „Kontra“ und wird mit
kreuz 10 angespielt spieler 2 spielt Kreuz As.
Wenn nun Spieler 4 in Kreuz frei ist sagt er sofort nachdem Spieler 2 gespielt
hat „RE“, so dass Spieler 3 auch einen Vollen legt und der Doko sicher ist.
Beispiel 2.
Hochzeit an Pos 2, Spieler 1 klinkt sich mit Kreuz AS ein und hat kein Pik
As. Das normale Spiel ist nun Spieler 2 in Pik anzuschieben. Mit einem starken
Blatt kann Spieler 1 durch zögern fragen was er spielen soll. (Antwort
= herz, keine Antwort = pik)
Mit einem schlechten Blatt sollte man ganz kurz überlegen (nicht so
lange dass man abfragt), so dass der Hochzeiter durch eine Vorabansage das
Signal geben kann nicht Pik zu spielen.
Hierfür gibt es natürlich viele weitere Beispiele die man sich
auch gut selbst überlegen kann.
So das wars was mir so eingefallen ist, ich hoffe ich habe hierdurch einigen
weitergeholfen und fange mir nicht allzu viel Kritik ein.
Ist ein bisschen länger geworden als ich mir vorgestellt hatte.
Üben kann man das Ganze sehr gut an den Tischen 3 und 4, an denen es
auch noch die Traineroption gibt. Ist an den meisten Tagen jedoch nur abends
sinnvoll, weil von den Dummy`s kann man nichts lernen.
Zum Abschluss möchte ich noch auf den Beitrag zu Abfragekonventionen
von Blaui hinweisen, den man unter „Tipps und Tricks“ findet.
Na dann gb
Jürgen
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